Geschichte der Pfarrei Obermoldau

zusammengefasst von Berta Ring (Tischler)


(Photo Seidel Krummau 1922)

 

Vor 270 Jahren wurde das Kaplanei-Benefizium Obermoldau zur Pfarre erhoben. Anläßlich der 200 Jahrfeier der Gründung des Gotteshauses schrieb der Birkenheider Johann Tuma in der Zeitschrift „Waldheimat“ folgenden, hier nur auf die Geschehnisse der Kirche gekürzten Bericht:
„Am 17. August 1924 strömte alt und jung der Pfarre Obermoldau, auch von der Umgebung waren zahlreiche Festgäste zugegen, zusammen, um in festlicher Weise das Jubelfest der Kirche zu feiern. Man denke sich die  Freude der Vorfahren, die vor zwei Jahrhunderten ihr eigenes Gotteshaus erhielten und den langen Weg zur Kirche nach Winterberg nicht mehr zu gehen brauchten, denn damals war das Dörflein schon ansehnlich herangewachsen.

 

Als einst Fürst Adam Franz zu Schwarzenberg in Schattawa jagte, trugen ihm die Bewohner von Obermoldau, Rabenhütte, Schattawa, Birkenhütte, Röhrenberg und Kuschwarda die Bitte vor, er möge ihnen eine Kirche bauen. Darauf stiftete der Grundherr ein Gotteshaus, einen Pfarrhof und das alte Schulhaus (1724); ersteres wurde vom Erzbischof in Prag bestätigt, mit 50 fl. Schein verbessert und das Kaplanei-Benefizium zur Pfarre erhoben (1728). Der Bauvorschlag und Kostenplan wurde wie jener der Kirche in Andreasberg gemacht; der Turm sollte aber nach dem Wunsche des Bauherrn gemauert werden, was die Obermoldauer Geschworenen zu verhindern wussten. Es wurde auf das Dach des Kirchengebäudes ein hölzernes Türmchen aufgesetzt und in demselben 1728 zwei, und 1770 drei Glocken aufgehängt; diese mussten von der Mitte des Kirchenschiffes aus geläutet werden. 1758 wurde unter dem Pfarrer Zambauer aus Prachatitz ein Kreuzweg geweiht, und zwar von einem Franziskaner, der wahrscheinlich aus Bechin stammte. Die Jägerstochter Klara Janowsky aus Schattawa ließ von dem Winterberger Josef Bock 1860 einen neuen Kreuzweg anfertigen und schenkte ihn dann der Kirche. Er kostete 228 fl. Das Gotteshaus wurde immer mehr verschönert. 1829 dielte man den Fußboden mit Brettern. Im Jahre 1842 wurde durch Wohltäter die erste Turmuhr angeschafft, 1843 das hl. Grab von Franz Biebl aus Elendbachl zum Preise von 41 fl. W.W. renoviert und 1862 eine versilberte Lampe (77 fl.) und eine Monstranz im Werte von 195 fl. angeschafft. Im selben Jahre schenkte die Firma Wilhelm Kralik einen prächtigen Glasluster, der aber leider durch einen Kettenriß 1902 völlig zerbrach und durch einen neuen ersetzt werden musste. Schon 1859 mußte man die Kirche etwas vergrößern. Da es für einen Pfarrer schwer war, einen so großen Kirchensprengel allein zu versehen, kam im Mai 1853 die Bewilligung der Dotierung eines Kaplans. Eine merkwürdige Einrichtung war in den Jahren 1833-1841: es mussten damals die Kirchensitze von jedem Besucher für einen Groschen eingelöst werden, während später eine bestimmte Summe ein für allemal bezahlt wurde.“


Die Kirchenpatrone von Obermoldau sind Jungfrau Maria, Josef und Johann von Nepomuk. In der Urkunde „Ecclesia Oberwuldaviensis Anno 1724“ aus dem Pfarrarchiv zu Obermoldau, lateinisch verfaßt und an vielen Stellen schon beschädigt und daher oft unleserlich, sind die Namen der Weiheherren von Kirche, Friedhof und Hochaltar aufgeführt.


Obermoldau und seine zahlreichen Ortschaften der Umgebung ist 1359 urkundlich erstmalig erwähnt. Idyllisch liegt der Ort am Westhang des Kubani, am Fuße des Basumwaldes an der warmen Moldau, umgeben von prächtigen Wäldern.